Geschichte und Profil

Geschichte und Profil

Die GFF wurde 1921 als Ortsgruppe Franken des "Roland zu Dresden" in Nürnberg gegründet. Anders als in den älteren genealogischen Vereinen, die in erster Linie von aristokratischer Traditionsbildung geprägt waren, versammelten sich dort vor allem Bildungsbürger. Sie wollten dem Adel in Sachen der Familienforschung nicht nachstehen und entwickelten eigene Perspektiven auf die kulturelle und soziale Vergangenheit. Unterschiedliche Vorstellungen über die regionale Verortung führten 1925 zur Verselbständigung der Ortsgruppe Franken. Sie firmiert seitdem unter dem Namen "Gesellschaft für Familienforschung in Franken".

Während der 1930er und frühen 40er Jahre konnte die GFF wie andere genealogische Vereine auf der einen Seite von der Konjunktur einer obrigkeitlich verordneten Familienforschung profitieren. Sie wurde durch die Gleichschaltung und staatliche Eingriffe aber auf der anderen Seite auch erheblichen Restriktionen unterworfen und behindert. Angebahnt wurde eine enge Anbindung an das Staatsarchiv Nürnberg, die sich bis heute bewährt. Mit den immer stärker ins Alltagsleben eingreifenden Kriegsereignissen und der Einberufung des Vorsitzenden zum Militärdienst kam die Gesellschaftstätigkeit 1944 zum Erliegen.

Ab 1947 wurde die Gesellschaft reorganisiert und unter der langjährigen Leitung von Archivaren dezidiert wissenschaftlich ausgerichtet. Wie kaum ein anderer genealogisch-kulturgeschichtlicher Regionalverein setzte und setzt die GFF nicht nur auf Beratung und Meinungsaustausch ihrer Mitglieder, sondern darüber hinaus auf eine breite Publikationstätigkeit: solide erarbeitete Materialien sollen dauerhaft und wissenschaftlich zitabel zugänglich gemacht werden; mit vielfältigen Anknüpfungsmöglichkeiten an historische Disziplinen sollen sie über das engere Feld der Genealogie hinauswirken. Besondere Wahrnehmung hat sich der Verein in der Migrations- und Exulantenforschung erarbeitet, die für Franken besonders wichtig ist. Auch die Ortsfamilien- und Häuserforschung stellen wichtige Tätigkeitsschwerpunkte dar. In jüngerer Zeit wurden zudem wichtige Quellen zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung Frankens herausgegeben.

Genutzt werden neben traditionellen Veröffentlichungsformen auch 'moderne' Medien. Das digitale Zeitalter hat im Verein schon früh Einzug gehalten, so dass im vereinseigenen Intranet heute ein umfangreicher elektronischer Datenbestand zugänglich ist. Der jährlich erweiterte "Index Personarum" hat sich als wichtigstes Findmittel bei der personengeschichtlichen Recherche im fränkischen und süddeutschen Raum etabliert. Mit "GFAhnen" verfügt die GFF über eines der leistungsfähigsten deutschsprachigen Genealogieprogramme, das weit über den Verein hinaus für anspruchsvolle Projekte genutzt wird.

Neben den Vereinspublikationen bietet die GFF Interessierten ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm: sie organisiert Fachvorträge aus dem weiteren Bereich der Kultur- und Sozialgeschichte an, Fortbildungsveranstaltungen und Workshops, Stammtische und Forschertreffen oder gelegentliche Studienfahrten. Dem Ausbau und der Erschließung von Archiv und Bibliothek wird besonderes Augenmerk gewidmet, da sie auch im 'elektronischen Zeitalter' für die Bewahrung von Wissen weiterhin unverzichtbar sind.

Die Geschäftsstelle des Vereins war bis 1945 in der Privatwohnung des langjährigen Geschäftsführers untergebracht. Nach dem Krieg fanden sich für Büro und Archiv Platz und fachliche Unterstützung im Staatsarchiv Nürnberg. Die während der Bombenangriffe in der Stadtbibliothek Nürnberg verbrannte genealogische Fachbibliothek musste erst erneut aufgebaut werden. Sie konnte im Keller des Staatsarchivs aus Platznot zuletzt aber kaum noch erweitert werden. Mit dem Umzug in eigene Räume 2012 hat sich die räumliche und konservatorische Situation entscheidend verbessert. Seitdem können die Besucher bequeme und helle Arbeitsmöglichkeiten nutzen, die über jede nötige und archiv- bzw. bibliotheksübliche Infrastruktur verfügen.

Eine ausführliche Vereinschronik mit einem umfangreichen biographischen Teil zu Repräsentanten der fränkischen Familienforschung, die mit der GFF verbunden waren und sind, ist in Arbeit. Sie soll im Jubiläumsjahr 2021 vorgelegt werden.