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Genealogischer Nachmittag: Gauner- und Diebeslisten aus Franken.

Marina Heller M. A.: Gauner- und Diebeslisten aus dem Franken des 18. Jahrhunderts.

Die sogenannten Diebeslisten sind zumeist gedruckte Dokumente in unterschiedlichem Umfang, die im Laufe von gerichtlichen Ermittlungen und Prozessen gegen Diebe und Räuber entstanden. Sie enthalten die Aussagen der zu diesem Zeitpunkt inhaftierten Delinquenten, die im Zuge der Verhöre nicht nur nach Ihren kriminellen Taten, sondern auch nach Diebeskameraden und Familien­mitgliedern befragt wurden. Die dadurch entstandenen Personenbeschreibungen enthalten Informationen zu Namen, Spitznamen, Alter, Herkunft, Äußerem, Kleidung, Bewaffnung, Familienstand, verwandtschaftlichen Beziehungen, Aufenthaltsorten, Beruf, Religion, Dialekte, begangene Delikte, frühere Verhaftungen, Verurteilungen, Brandmarkungen und andere Besonderheiten. Auch Frauen und Kinder werden in diesen Listen beschrieben.

Die Dokumente der Diebeslisten verbanden somit Berichte aus dem Milieu der Vaganten, Bettler und Gauner, allerdings gepaart mit der obrigkeitlichen Sicht auf dieses Milieu. Die Listen wurden oft an benachbarte Ämter und andere Herrschaften gesandt. Mit ihrer Hilfe sollten verdächtige Personen, welche aufgegriffen wurden, identifiziert werden können. Die vielseitigen Beschreibu­ngen konnten in den Verhören dazu dienen, die wahre Identität des Inquisiten herauszufinden.

Ort: Geschäftsstelle der GFF, Vordere Cramergasse 13, 90478 Nürnberg

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