GFF / Staatliche Archive Bayerns (Hg.)

Staatsarchiv Bamberg - Die 'Judenmatrikel' 1824-1861 für Oberfranken

Nürnberg 2017 (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 2 = Staatliche Archive Bayerns, Digitale Medien, 4)
DVD-ROM
ISBN 978-3-929865-88-2

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Mit dem 1813 erlassenen "Edikt über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen im Königreich Bayern" wurde ein wichtiger Schritt zur Emanzipation der Israeliten getan. Sie waren überwiegend mit den neubayerischen Gebieten, die ab 1806 einverleibt wurden, zu Untertanen des noch jungen Königreichs geworden. Die "Juden-Matrikeln", deren Erstellung in dem folgenreichen Edikt angeordnet wurde, dienten der ersten flächendeckenden Dokumentation dieser Bevölkerungsgruppe. Sie wurden im Obermainkreis (im Wesentlichen dem heutigen Oberfranken) ab etwa 1824 umgesetzt. Als Quelle stellen sie die Schnittstelle zwischen den alten Beschneidungsnamen und den festen Familiennamen dar, die nunmehr verpflichtend wurden.

Der Wert der Quelle ist evident, und das nicht nur für die genealogische Forschung, die wegen der späteren freiwilligen oder erzwungenen Auswanderung vieler jüdischer Familien heute auf weltweites Interesse stößt. Erfasst werden nicht nur die Namen der jüdischen Bevölkerung des Kreises (und späteren Regierungsbezirks), sondern auch detaillierte Nachweise über familiäre Zusammenhänge und den "Nahrungserwerb" der Personen. So geraten auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge der Zeit in den Fokus, die der weiteren Erforschung harren.

Die nach Personen und Orten indexierten und als Digitalisate aufrufbaren Quellen werden ergänzt durch eine kurze Einführung in die "Bestandsgeschichte und Bestandsbeschreibung" von Klaus Rupprecht und eine ausführliche historische Kontextualisierung von Georg Seiderer.

Die Edition ist zweisprachig nutzbar (deutsch und englisch). Sie wurde gemeinsam mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns erarbeitet und herausgegeben.

Besprechung

Fränkischer Tag, 21./22.10.2017 (Jutta Rudel).