Gisela Naomi Blume

Uehlfeld – Jüdisches Leben und Häuserchronik

Gisela Naomi Blume: Uehlfeld. Jüdisches Leben und Häuserchronik

Nürnberg 2017 (Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 25).
844 S., über 650 farbige Abb., 75 historische Pläne, einliegende Karte, Festeinband
ISBN 978-3-929865-70-7

Buchhandelspreis: € 39,00
Mitgliederpreis: € 26,00
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Unter den vielen fränkischen Orten mit ehemals jüdischen Einwohnern ist die Marktgemeinde Uehlfeld im Aischgrund besonders bemerkenswert: hier lebten zeitweise mehr Juden als Christen. Der Kulturgeschichte dieses Orts und dem Zusammenleben der verschiedengläubigen Nachbarn widmet sich die umfangreiche und großzügig bebilderte Publikation.

Im ersten Teil des Buches werden die Situation der Juden mit Synagoge, Friedhof, eigener Volks- und Religionsschule und ihre Lebensverhältnisse beleuchtet. Die Koexistenz von Juden und Christen hat sich in nahezu 350 Jahren bis zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde 1938 bewährt.

Näher eingegangen wird dann auf die Geschichte des 1732 gegründeten Friedhofs und die jüdischen Riten bei Sterben und Begräbnis. Breiten Raum nimmt insbesondere die Dokumentation des Friedhofs ein, dessen 400 noch erhaltene Grabsteine nicht nur beschrieben und transkribiert, sondern auch mit Fotografien aus den Jahren 2014 bis 2016 wiedergegeben werden. Den biographischen Daten und Lebensläufen der 700 hier Bestatteten gilt dabei besonderes Augenmerk. Sie werden in 70 Stammtafeln überdies in einen genealogischen Zusammenhang gebracht, der weit in die Region hinausreicht und im 20. Jahrhundert oft auch Amerika mit einbezieht. Ein großformatiger, separat beiliegender Vermessungsplan hilft, die einzelnen Grabsteine im weitläufigen Friedhofsareal zu lokalisieren.

Der zweite Teil des Buches enthält unter dem Titel Die Häuser in Alt-Uehlfeld eine eingehende Chronik von 120 Gebäuden im alten Ortskern. Nachgegangen wird der oft komplizierten Besitzgeschichte, die oft mit bau- und rechtsgeschichtlichen Angaben ergänzt werden kann. Dokumentiert sind die Gebäude durch aktuelle sowie einige historische Fotografien und viele Pläne aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es zeigt sich, dass in Uehlfeld ein funktionierendes  nachbarschaftliches Miteinander bestand. Christen verkauften Häuser an Juden und umgekehrt, zuweilen besaßen Juden und Christen sogar gemeinsam ein Haus. Bei alldem gab es nicht mehr als die üblichen Nachbarschaftskonflikte.

Der Anhang bietet umfangreiche Personen-, Orts- und Sach-Indices, die ein schnelles Auffinden des Gesuchten ermöglichen.