Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V.

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Gedichte

 

 

Möchten sie Ihre Ahnentafel oder Ihr Familienbuch mit Gedicht bereichern?
Dann sind sie hier richtig.
Vielleicht ist in unsere Sammlung von Gedichten zum Thema: Familienforschung, Familiengeschichte, Vorfahren usw. ein Gedicht dabei, das Ihnen gefällt.
 
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Viele der Ahnen findest du hier.
Von jedem führt eine Spur zu dir.
Von jedem ein Tropfen Blut in dir rinnt,
Der deine Bahn im geheimen bestimmt.
 
Ihr Tun und Denken schwingt in dir wieder -
Drückt das Gewicht ihrer Fehler nieder,
Hebt dich ihr Reichtum, ihr sehnendes Streben,
Kraft und Richtung soll es dir geben.
 
Hast versenkt du dich in ihr Geschick,
In ihr Kämpfen und Mühen, ihre Not, ihr Glück -
Dann blicke vorwärts und sei bereit,
Dein Werk zu tun zu deiner Zeit.
 
Liebe dies Leben! Umfasse es tief!
Erfühle den Sinn, wozu es dich rief!
Doch verlangt es von dir ein Ja oder Nein,
Bedenk, es gehört nicht dir allein.

 
Fikenscher ???
 

 

 

Und darzu ist die Sippschaft gut,
daß einer Hilf dem andern tut,
in Not zusammen rinnt das Blut. 

 

(aus dem Mittelalter) 

Liegt dir Gestern klar und offen,
wirkst du heute kräftig frei,
kannst auch auf ein Morgen hoffen,
das nicht minder glücklich sei.

 
J. W. Goethe
 

 

Die Fackel geht von Hand zu Hand,
wenn einem sie der Tod entwand,
nimmt sie der nächste wieder auf;
der flammende Stafettenlauf
geht weiter ---
 
Die Zeit rinnt schnell und niemand frägt,
wie lang die Fackel jeder trägt.
Nur daß sie rein und leuchtend brennt
und daß in ihr ein Herz mitbrennt,
ist wichtig ---
 
So tragen denn auch ich und du
die Fackel fernen Zielen zu
ein kleines Stück - Mag hell sie lohn
Vor uns im Dunkeln warten schon
die andern!

 
Heinrich Anacker
 

 

Der Familienforscher

Man forscht, man ahnt, man kalkuliert
was in den Büchern aufgeführt
in einem Wust vergilbter Daten.
oftmals ist´s pures Rätselraten
geheimnisvoller Schnörkeleien,
die sich da aneinanderreihen
auf urkundlichem Pergament,
das die Familienchronik kennt.
 
Der Forscher an dem Lesepult
bedarf besonderer Geduld,
um sich in jenen Hieroglyphen
in längst Vergang´nes zu vertiefen
und, nach gar zähem Mühewalten,
entstaubte Fakten festzuhalten
(und zwar im Klartext für den Laien -
die Ahnen mögen dies verzeihen!)
 
Unwiderstehlich ist der Bann
der Welten, die sich aufgetan
und der Familie Schicksal lüften
durch kunstvoll handgeschrieb´ne Schriften...
trotz viel Geduld und viel Geschick
gibt`s leider nicht nur Forscherglück.
doch, ist sie auch mal irreführend -
Genealogie bleibt faszinierend!

 
Christina Mauersberger
 

 

Ahnen

Wie viele tausend Ahnen
gewesen sind, bist du.
Aus vielen tausend Tagen
wuchs dir das Heute zu.
 
Ein jeder deiner Ahnen
trug Leben hin zu dir.
Kein einziger darf fehlen,
sonst wärest du nicht hier.
 
Auch was du längst vergessen,
in dir noch weiter lebt.
Das Glück und Leid von gestern
am neuen Tag mit webt.
 
So mischt sich Stolz mit Demut.
Du lebst nur, weil nichts fehlt.
Doch bist zu deinem Leben
allein nur du erwählt.

 
Felix von Schroeder
 

 

 
Schicksal eines Ahnenforschers

Herr Kreitlein ging, vor Jahren schon
mit 65 in Pension;
aus Langeweile sah er drum
sich bald nach einem Hobby um.
 
Hierbei geriet er irgendwie
an seine Ahnengalerie.
Das war was wirklich Interessantes,
was völlig Neues, Unbekanntes
und er beschloß sogleich, deswegen
sich einen Stammbaum zuzulegen.
 
Er stöberte in Stadtarchiven
in Chroniken, in alten Briefen,
nahm sich bei manchem Dorfpastor
die dicken Kirchenbücher vor
und drang bei der Gelegenheit
weit, weit in die Vergangenheit.
 
Er fand zwei Schneider, einen Wirt,
vier Bauern, einen Schweinehirt,
je einen Küster, Müller, Bäcker,
drei Schmiede, einen Schieferdecker,
dann einen fürstlichen Lakai,
ein Postillon war auch dabei.
 
Ein Vorfahr war sogar Minister,
zwei andre lebten als Magister,
dann gab es ein paar Grenadiere
zwei Musikanten, zwei Barbiere,
drei Metzger und im blinden Eifer
fand er noch einen Scherenschleifer.
 
Es war ein Baum mit vielen Zweigen
von Nebentrieben ganz zu Schweigen.
Herr Kreitlein brauchte viel Papier,
viel Tinte und Geduld dafür.

Er kam bis Fünfzehnhundertneun,
doch dann schien es vorbei zu sein,
denn hier versiegten alle Quellen,
es war kein Ahn mehr festzustellen.
 
Drauf stieg Herr Kreitlein in den Zug,
der ihn ins ferne Hamburg trug,
zu Dr. Dr. Dusterwald,
der als ein Fachexperte galt.
 
Er bat ihn in bewegten Worten
des Stammes Wurzelpfahl zu orten,
beziehungsweise jenen Mann,
mit dem die Reihe einst begann.
 
Der Doktor lächelt jovial:
Verehrter, nun, dann gehn Sie mal
in unsern weltbekannten Zoo,
gleich vornean, Abteilung Zwo".
 
Herr Kreitlein fand dies sonderbar,
doch weil er schon in Hamburg war
begab er sich am gleichen Tag
zu Hagenbeck. Ihn traf der Schlag!
 
Da saß in seiner Käfig-Villa
ein Affe, nämlich ein Gorilla
und blickte traurig und verwundert
in unser jetziges Jahrhundert,
fing Läuse und verschlang Bananen.
Herr Kreitlein forschte nie mehr Ahnen.

 
E. Finke
 

 

 
Ich bin, gottlob, altadelig,
jedoch mein Sohn, das ärgert mich,
zählt einen Ahnen mehr als ich.

 
Johann Christoph Friedr. Haug,
Epigrammatische Spiele 2,43

 

Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet,
das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt,
das Kostbarste, was er im Leben besitzt,
ist die Familie.

 
Adolf Kolping
 

 

Vätersegen

An unsrer Väter Taten
mit Liebe sich erbaun,
fortpflanzen ihre Saaten,
dem alten Grund vertraun,
in solchem Angedenken
des Landes Heil erneun;
um unsre Schmach sich kränken,
sich unsrer Ehre freun,
sein eignes Ich vergessen
in aller Lust und Schmerz:
das nennt man, wohl ermessen,
für unser Volk ein Herz.

 
Ludwig Uhland
 

 

Chronik

Geschrieben steht auf einem von den Blättern,
den arg vergilbten, mit Gelehrtenschrift,
was Andres Arnold, Roßhirt hier, betrifft,
in längst veralteten, längst blassen Lettern:
 
Geboren siebzehnhundertvierzig. Dann geworben
um Magdalena Kümmerle. Getraut.
Am Haus des Lebens schlecht und recht gebaut.
Elf Kinder. Früh verwitwet. Spät gestorben.
 
Dies ist das Leben irgendeines Mannes,
und keiner sieht mehr dieses Lebens Spur,
und unsre späten Augen finden nur
im Kinderreihen dreimal stehn: Johannes.
 
Nur dies. Und wissen plötzlich die Geschichte
von diesem Leben, das uns eines war
wie alle sind, und das mit einem klar
im eignen Leide steht, im eignen Lichte:
 
Dreimal die Zeugungsnacht. Und dreimal schwanger.
Dreimal gebären. Dreimal erster Schrei.
Dreimal ein Kampf, wer hier der Stärkre sei:
Gott oder Roßhirt. Dreimal Totenanger.
 
Dreimal ein Kindergrab. Mit weißen Steinen
schön eingefaßt. Und Blumen. Und man kann
sie sonntags sehen. Einen großen Mann,
sein Weib daneben. Still, ganz ohne Weinen.
 
Und dreimal hier im Buch den gleichen Namen:
Johannes Arnold. Und das Kreuz besagt:
In Christi Namen schlafe, bis es tagt.
Du warst, Herr, und du bleibst der Sieger. Amen.

 
Albrecht Goes
 

 

Die Mauer der Menschheit
 
Mach' dich mit deiner erreichten Höh' nicht groß!
Du stehst auf deiner Ahnen Schultern bloß!
Ein jeder von ihnen war einmal wie du
Der Höchste, und ihn deckten die Nächsten zu,
Wie Stein auf Stein empor sich fügt zum First.
Du bist nur Giebel, bis du Sockel wirst!
Vieltausend werden auf deinen Schultern stehn
Und ebenso stolz auf dich herunter sehn.

 
A. De Nora . 1864 - 1936
 

 

 
 

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