Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V.

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Einladung zur Exkursion 2011

 

am 23. Juni 2009 bis 26. Juni 2009

zur Landesausstellung in Kärnten

 

 
  
 

 

Liebe Mitglieder und Freunde der GFF, in Kärnten tut sich etwas!
Das ist schon eine großartige Sache, die sich da in Kärnten anbahnt: Das österreichische Bundesland Kärnten veranstaltet seine Landesausstellung 2011 in der kleinen, abgelegenen evangelischen Toleranzgemeinde Fresach. Dieses Dorf liegt am Fuße des Mirnock, einer 2010 m hohen Rundkuppe des Nock-Gebirges, ein paar Kilometer östlich des unteren Drautales. In den Wäldern abseits der Hauptverkehrswege zwischen Spittal an der Drau und Villach. Hier befand sich im 18. Jahrhundert ein Rückzugsgebiet der "Geheimprotestanten". Dort steht ein altes Toleranz-Bethaus. Es wurde in der ersten Stufe der Duldung der Protestanten im Jahr 1785 unter strengen staatlichen Auflagen erbaut als "getarnte" Kirche, die nicht als öffentliches Gebäude erkennbar war; ohne Turm, mit ganz gewöhnlichen kleinen Fenstern und nur mit einem Hintereingang über den Hof zu betreten. Hundert Jahre später, in der zweiten Stufe der Toleranz, durfte eine richtige evangelische Kirche mit Turm erbaut werden. Das Bethaus blieb stehen. Seit 50 Jahren diente es als evangelisches Diözesanmuseum für Kärnten. Jetzt wird es renoviert und wird künftig als schlichter Andachtsraum genutzt. Denn gleich daneben entsteht ein modernes Ausstellungs- und Tagungsgebäude in Form eines Würfels aus Beton und Glas, in dem das völlig neu konzipierte Evangelische Diözesanmuseum eingerichtet wird - ein Projekt mit Kosten von fünf Millionen Euro. Ab Mai 2011 wird die dramatische Geschichte der protestantischen Kirche Kärntens gezeigt, die bereits in der Reformationszeit entstanden ist. Ihre Blütezeit wurde vom Rauhreif einer gewaltsamen Gegenreformation im Jahr 1600 jäh beendet. Es kam zur Vertreibung von tausenden Kärntnern, die bei uns Zuflucht und eine neue Heimat fanden. Es wird auch das Abtauchen der Zurückgebliebenen in den Untergrund des Geheimprotestantismus gezeigt, das überraschende Wiederauftauchen in der Toleranzzeit und die stufenweise Entwicklung zur Gleichberechtigung im modernen Land Kärnten, die mit dieser Landesausstellung zur Vollendung gelangt. Die Schau wird angereichert mit wertvollen Leihgaben aus ganz Österreich, aus Deutschland, Schweden und Slowenien. Das wollen wir doch gerne sehen und miterleben!
 

Wir von der GFF machen mit!

Seit einigen Monaten sind wir bereits aktiv an den Vorarbeiten für diese besondere Landes-Schau beteiligt. Unsere Gesellschaft ist ja seit ihrer Gründung im Jahr 1921 den Exulanten auf der Spur, und davon wissen auch unsere Freunde in Kärnten. Die zahlreichen Exulantenbücher und Aufsätze unseres Ehrenvorsitzenden Pfarrer i.R. Eberhard Krauß haben entscheidend dazu beigetragen. Unser Vorsitzender Prof. Dr. Schnabel gilt seit seinem Studium und Promotion als anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet. Er hat einen wissenschaftlichen Aufsatz verfasst, der im Ausstellungskatalog abgedruckt wird. Von ihm wurde ich auch dazu ermuntert, meine Schwabacher Exulantendatei auf Kärntner Zuwanderer hin zu durchforsten. Die Auswertung ergab, dass der Dekanatsbezirk Schwabach mit 900 Kärntner Emigranten das Schwerpunktgebiet der Ansiedlung im süddeutschen Raum darstellt. Weitere Kärntner finden sich in Weißenburg, Heideck und Nürnberg. Von Gerhard Bauer wird deren Zahl im Dekanat Fürth auf etwa 150 Personen geschätzt. Auch diese Ergebnisse werden im Katalog zu finden sein.
 

Auch Ihre Mitwirkung ist gefragt!

Direktor Dr. Wilhelm Wadl vom Kärntner Landesarchiv, Kurator der Landesausstellung, hat uns herzlichst gebeten, ihm die von den fränkischen Familienforschern mit größtem Arbeitsfleiß gesammelten Daten für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Erfreulicher Weise haben sich alle Forscher bereit erklärt, ihr Material einzubringen. Deshalb arbeitet unser EDV-Beauftragter zurzeit an einer CD mit allen auffindbaren Kärntner Exulanten, die den Besuchern zur Benutzung, vielleicht auch zum Kauf angeboten werden soll. Nun wünscht sich Dr. Wadl dazu noch eine Ergänzung durch die Namen der heute lebenden Nachkommen von Kärntner Exulanten. Hier sind Sie als Familienforscher gefragt. Wenn Sie solche Vorfahren haben, möchten wir deren und Ihren Namen in die aktuelle Datei aufnehmen - auch wenn Ihr Familienname kein Original Kärntner Name ist, weil die Verknüpfung der Linie zu diesem Vorfahren vielleicht über den Geburtsnamen einer Frau läuft. Können Sie also einen oder mehrere Kärntner in Ihrer Vorfahrenliste nachweisen, so teilen Sie uns bitte diese Kärntner Namen mit, mit Herkunftsort und allen Daten und Angaben über die Sie verfügen. Geben Sie dazu auch Ihren Familien- und Vornamen an, evtl. mit Adressangaben (Post-, Email-Anschrift, Telefon) sofern Sie der Veröffentlichung zustimmen. Ansonsten könnten wir aus Datenschutzgründen nur Kärntner Familiennamen aus öffentlich zugänglichen Dateien im Internet (z.B. Telefonverzeichnis) entnehmen. Viele der Kärntner Exulanten haben ja ihren Hofnamen als Familiennamen mitgebracht: z.B. Albl/Eibel, Ascheneller/Aschler, Blasnig, Brandstätter, Galsterer, Gütler, Hasler, Hörndler, Huber, Kandusch, Köfler, Kögler, Latteier, Meichinger (Meigerner), Natmesnig/Nabernig, Patutschnig, Scheiber, Stallwitznig (das slowenische -nig, im deutschen -er, wurde bald nach der Zuwanderung abgelegt), Steiner, Taler/Dallnig, Warnig, Wieser, Wiesner, Wiserner. Träger der vorstehenden Namen können mit ziemlicher Sicherheit als direkte Nachkommen von Einwanderern aus Kärnten betrachtet werden. Die folgenden Namen kommen für Zuwanderer sowohl aus Kärnten als auch aus anderen Gebieten vor: Baumgartner, Eder, Hofer, Maierhofer, Maurer, Leitner, Ortner, Roßbacher, Staudacher, Wassermann, Winkler und viele andere. Bei diesen muss die Herkunft genauer erforscht werden. Wir freuen uns mit den Kärntnern über Ihre aktive Mitarbeit. Falls sie erfolgreich ist, so reisen Sie auf dieser Exkursion nicht nur zu Freunden, sondern auch "zu den Nachkommen Ihrer Vorfahren" im schönen Sonnenland Kärnten.
 

Der geplante Reiseverlauf (Änderungen vorbehalten):

Anreise am Feiertag Fronleichnam Donnerstag, 23. Juni 2011:

Abfahrt in Nürnberg hinterm Hauptbahnhof am Nelson-Mandela-Platz um 7.00 Uhr. Mit Bordfrühstück im Bus über die Autobahn München-Salzburg-Tauerntunnel nach Spittal an der Drau. Besichtigung von Schloss Porcia, Abstecher zur Toleranzgemeinde Unterhaus bei Seeboden, Bezug der Hotel-Quartiere im Raum Millstätter See, Abendessen im Hotel.

Freitag, 24. Juni: Vormittag ist für die Landesausstellung reserviert.

Direktor Dr. Wadl ist freundlicher Weise bereit, sich als lokaler Führer für uns einzubringen. Daneben stehen für Gruppenführungen zwei jugendliche Guides zur Verfügung. Je eine(r) in der Kleidung von heute und damals, die im Dialog die Zeitumstände gegenüberstellen und uns so anhand der Ausstellung mitnehmen auf eine 500-jährige spannende Zeitreise in die evangelische Glaubensgeschichte Kärntens. Ein achtseitiges farbiges Faltblatt über die Ausstellung ist diesem Heft beigefügt.
Die Toleranzgemeinde Arriach mit Innerteuchen, in einem Hochtal (900 m) am Wöllaner Nock (2145 m) gelegen, ist unser erstes Ziel am Nachmittag. Von dort stammte der Zimmermann Jacob Staudacher, der seine zweijährige Tochter damals auf dem Rücken übers Gebirge bis nach Gustenfelden bei Schwabach getragen hat. Beherrschend über dem Tal sieht man die alte katholische Kirche Sankt Jakob; drunten im Dorf die neuere evangelische Kirche mit dem stattlichen Pfarrhaus. Dort stehen am evangelischen Gemeindehaus ein Denkmal für Toleranzkaiser Joseph II. und eine Gedenktafel für Franz Joseph I. Viele Bauernhöfe liegen verstreut an den weiten Hängen, die noch die Namen ihrer einstigen Besitzer tragen: Schlierzer, Hasler, Galsterer, Ober-, Nieder- und Hinteregger, Rauter, Birker, Walder, Baumgartner usw. Von dort stammen die meisten der 1.050 Kärntner, die sich in den Dekanaten Schwabach und Fürth niedergelassen haben (siehe Prospektrückseite: "Eine Region lädt ein"). Mitten im Teuchental liegt die auf Befehl von Maria Theresia erbaute Missionsstation "Klösterle", von der aus vier Mönche die Geheimprotestanten aufspüren und bekehren sollten. Dies blieb jedoch eine vergebliche Mühe. Die Weiterfahrt erfolgt über Außerteuchen (Bergkirchlein St. Rupert und Virgil), Gnesau (Toleranzgemeinde), Himmelberg (Schloß Loudron, ehemals Khevenhüller), Waiern (evang. Diakoniewerk, Gründer Ernst Schwarz), Feldkirchen, Ossiacher See (in Ossiach das älteste Benediktinerstift Kärntens), Treffen (Evangelisches Diakoniewerk der Grafen de Latour) und schließlich zurück ins Quartier.
 

Samstag, 25. Juni: Dieser Tag ist für eine Rundreise durch Unterkärnten vorgesehen.

Über Villach geht es am Wörther See entlang zur Hauptstadt Klagenfurt, am Herzogstuhl vorbei zur Khevenhüller-Burg Hochosterwitz mit ihren 14 Toren, zur ehemaligen Hauptstadt St. Veit an der Glan , Feldkirchen in Kärnten, Wiedweg, Bad Kleinkirchheim, Radenthein, Döbriach, und zurück ins Quartier.
 

Sonntag, 26. Juni: Rückreise durch die herrliche Gebirgslandschaft der Tauern:

Gottesdienstbesuch , Fahrt von Spittal an der Drau durchs Oberdrautal, über Greifenburg, nach Lienz in Osttirol. Bevor wir über den Felbertauernpass nach Tirol hinüberwechseln, biegen wir bei Moos ins Defereggental ab, um dort in St. Veit die prächtige Barockkirche und in Bruggen an der Kapelle das große Denkmal für die dramatische Vertreibung der fast 1.000 Bewohner des Defereggertal anzuschauen. Über Mittersill - Paß Thurn - Kitzbühel - St.Johann in Tirol reisen wir nach Norden über Kufstein - Inntaldreieck - München wieder zurück nach Nürnberg in unsere fränkische Heimat.
Leistungen: Viertägige Fahrt im modernen Reisebus mit 48 Sitzplätzen (bei Bedarf auch 56), mit Klimaanlage, Bordküche und WC. Drei Übernachtungen in komfortablen Doppelzimmern mit Frühstücksbüfett und Abendessen im Hotel (Halbpension); Eintritt für die Landesausstellung und Burg Hochosterwitz. Gesamtpreis: Euro 295,00 (Einzelzimmer-Zuschlag EUR 57,00).
 

Ihr Reiseleiter Karl Heinz Keller

 
Anmeldungen bitte schriftlich in der Geschäftsstelle der GFF oder per Email an
oder an k.h.keller @ gmx.de.
 

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