Exulanten aus dem südlichen Waldviertel in Franken
Manfred Enzner
Die Arbeit über Exulanten aus dem südlichen Waldviertel in Franken der Jahre von
ca. 1627 bis 1670 orientiert sich an der bereits vorliegenden Veröffentlichung über
die Exulanten aus dem westlichen Waldviertel und erscheint als weiterer Band in der
Reihe „Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte", herausgegeben von
der Gesellschaft für Familienforschung in Franken.
Langjährige Forschungen des Autors in mittelfränkischen und waldviertler Archiven sowie
in Kirchenbüchern führte zur Feststellung von rund 900 Personen, die im Zuge der
Gegenreformation des 17. Jahrhunderts wegen ihres Glaubens die Heimat im südlichen
Waldviertel verlassen haben und Zuflucht im Gebiet evangelischer Herrschaften Mittelfrankens
und Schwabens sowie in der Grafschaft Sulzbürg-Pyrbaum suchten. Alle bearbeiteten
Familien und Einzelpersonen sind in einem Personenverzeichnis mit den festgestellten
Daten und ihren Beziehungen untereinander aufgeführt. Das Verzeichnis ist auf die Belange
der Familienforscher ausgerichtet und wird durch Personen- und Ortsregister erschlossen.
Der Textteil des Buches vermittelt nach einer kurzen Einführung über religiöse und
politische Verhältnisse des Waldviertels der entsprechenden Zeit einen Überblick
über die Forschungsergebnisse geordnet nach den einzelnen Grundherrschaften dieses
Raumes. Große Bedeutung hatte dabei die Konfession des jeweiligen Grundherrschaftsinhabers
in Verbindung mit dem Patronatsrecht. Nach der Ausweisung aller evangelischer Pfarrer und
Schulmeister aus Niederösterreich konnte sich in den Herrschaften evangelischer Adeliger
eine große Zahl evangelischer Untertanen auch unter den 1627 eingesetzten katholischen
Pfarrern halten.
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Im Textteil folgt dann die Darstellung der Situation in Franken nach dem 30-jährigen Krieg,
dessen Verwüstungen die Aufnahme der großen Exulantenzahl aus Niederösterreich ermöglichten.
Bei einem Bevölkerungsverlust von bis zu 70 % in den ländlichen Gebieten des westlichen
Mittelfranken waren die Zuwanderer aus Österreich fur den Wiederaufbau von ganz erheblicher
Bedeutung. In den ländlichen Gebieten des Markgrafentums Ansbach und der Grafschaft
Oettingen zählten um 1670 ca. 50% der Bevölkerung zu den Exulanten.
In den Ansiedlungsgebieten bildeten sie Schwerpunkte nach ihrer Herkunft,
die für die Zuwanderer aus dem südlichen Waldviertel aufgezeigt werden. 481 Seiten, 16 Abbildungen.
Manfred Enzner
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